Beschreibung
Judy und Rowaeda Mardnli sind kurdisch-österreichische Künstler.
In ihren Arbeiten setzen sie sich mit den Vorgängen in ihrer umkämpften Heimat auseinander und vergleichen diese mit Verfolgung und Vernichtung in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Auch die Eindrücke ihrer neuen Heimat halten sie in ihren Werken fest. Während Judy fast abstrakt arbeitet, sind die Werke von Rowaeda nahezu fotorealistisch. Beide ergänzen sich nicht nur thematisch, sondern auch in ihren Arbeitsweisen.
Judy Mardnli (geb. 1988) studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität in Linz. Er unterrichtete 5 Jahre Bildnerische Erziehung und Englisch an einer Linzer Mittelschule. Nach seiner Flucht vor dem Krieg in Syrien im Jahr 2014 bekam er dort seinen 1. Job als Assistent des Hausmeisters. Seit 2014 ist er österreichischer Staatsbürger und holt nun auch noch das Lehramtsstudium nach.
Seine Ausstellung „Wege in die Freiheit“, die er im Gedenkjahr 2025 in der Gedenkstätte KZ-Mauthausen in Mauthausen, Oberösterreich, zeigte, ist sein bisher umfassendstes Projekt, in dem er sich intensiv mit der Geschichte Österreichs auseinandersetzt. Monatelang arbeitete er zuvor, auch als Artist in Residence, an diesem denkwürdigen Ort, da ihn die Geschichte berührt und er die Menschen, die er in den Wänden der Bauten und Baracken sieht, in seinen Bildern festhalten will. Er sieht in dieser Geschichte auch Parallelen zur jüngeren Vergangenheit Syriens.
Er widmet sich in seinen Landschaftsbildern der neuen Heimat Österreich.
Seine Werke wurden schon in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Auch wurden schon viele seiner Werke von Institutionen und privaten Sammlern angekauft – zuletzt für die Kunstsammlung des Landes OÖ.
Rowaeda Mardnli (*1994, Duhok, Irak) ist eine bildende Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei und Grafik. Sie studierte an der Fakultät für Bildende Kunst im Irak. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit den Themen Identität, Erinnerung und Frauenrechte, sowie den gesellschaftlichen Folgen von Krieg und Vertreibung. Besonders die Schicksale jesidischer Frauen und die Rolle der Frau im Nahen Osten prägen ihre künstlerische Auseinandersetzung.
Ihre Werke wurden in internationalen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in der Ukraine, China und im Irak. Für ihre künstlerische Arbeit erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den 1. Preis beim Kurdistan Women's Art Festival (2018) sowie die Rawanga Awards (2018). Heute lebt und arbeitet sie in Linz, wo sie ihre künstlerische Praxis kontinuierlich weiterentwickelt.
Ihre Ausstellungskarriere in Österreich startet sie mit der Gemeinschaftsausstellung mit Ihrem Mann Judy in der Bruckmühle in Pregarten.
Bild:
Rowaeda Mardnli
Zeugen der Zeit 1, Öl auf Leinwand, 2024
